Modul 3 §14a EnWG: Zeitvariable Netzentgelte einfach erklärt

Modul 3 nach § 14a EnWG: Was sind zeitvariable Netzentgelte?

Kurz gesagt: Modul 3 ist kein dynamischer Stromtarif. Es betrifft die Netzentgelte. Dabei gelten je nach Tageszeit unterschiedliche Preisstufen. Wer eine geeignete steuerbare Verbrauchseinrichtung besitzt und die Voraussetzungen erfüllt, kann seinen Stromverbrauch gezielt in günstigere Netzzeiten verschieben.

Der Begriff klingt zunächst nach Gesetzbuch: Modul 3 nach § 14a EnWG. Für Hauseigentümer steckt dahinter aber eine durchaus praktische Idee: Strom soll möglichst dann aus dem Netz bezogen werden, wenn das örtliche Stromnetz weniger stark belastet ist. Dafür können niedrigere Netzentgelte gelten.

Was ist der Unterschied zwischen dynamischem Stromtarif und Modul 3?

 

Was sind Netzentgelte überhaupt?

Beim Strompreis bezahlt der Kunde nicht nur für die eigentliche Energie. Ein Teil der Stromrechnung entfällt auf die Nutzung der Stromnetze. Diese Kosten heißen Netzentgelte. Und genau an diesem Bestandteil setzt Modul 3 an.

Drei Preisstufen statt eines einheitlichen Netzentgelts

Bei Modul 3 gibt es drei Tarifstufen: Niedriglast, Standardlast und Hochlast. Die Zeitfenster werden vom jeweiligen Netzbetreiber festgelegt. Modul 3 kann seit April 2025 in Kombination mit Modul 1 angeboten werden. Ein intelligentes Messsystem gehört zu den Voraussetzungen.

Das Entscheidende: Modul 3 ist kein dynamischer Stromtarif

Diese beiden Dinge werden leicht miteinander verwechselt. Beim dynamischen Stromtarif verändert sich der marktbezogene Preisbestandteil entsprechend der Entwicklung am Strommarkt. Bei Modul 3 verändert sich das Netzentgelt.

Das sind zwei unterschiedliche Preissignale. Und sie müssen nicht zwangsläufig zur gleichen Uhrzeit günstig sein.

Warum wird das gerade für Wärmepumpe und Elektroauto interessant?

Große elektrische Verbraucher lassen sich teilweise zeitlich verschieben. Das Elektroauto muss beispielsweise nicht immer unmittelbar nach der Heimkehr laden. Und auch bei einer Wärmepumpe bestehen – abhängig vom Gebäude und System – gewisse zeitliche Spielräume.

Zeitvariable Netzentgelte sollen genau solche Verschiebungen aus stark belasteten Zeiten heraus fördern.

Ein Beispiel aus dem Eigenstromwerk

Angenommen, das E-Auto wird abends angeschlossen. Es muss erst morgens wieder genutzt werden. Dann kann ein Energiemanagement prüfen: Wie viel Solarstrom steht noch zur Verfügung? Wie voll ist der Batteriespeicher? Wann ist der Börsenstrom günstig? Und wann gilt ein günstiges Netzentgelt?

Damit wird deutlich, warum die Themen unseres 1.2-Pakets zusammengehören.

Der Smart Meter misst. Der dynamische Stromtarif liefert ein Marktsignal. Modul 3 liefert ein Netzentgeltsignal. Das Energiemanagement versucht daraus eine sinnvolle Strategie zu machen.

Warum wird für Modul 3 ein Smart Meter benötigt?

Wie kann ein Energiemanagement Strompreis und Netzentgelt berücksichtigen?

Modul 3 ist trotzdem nicht automatisch wirtschaftlich besser

Auch hier wollen wir keine falschen Versprechen machen. Ob Modul 3 im jeweiligen Haushalt einen Vorteil bringt, hängt unter anderem vom Verbrauchsprofil, den Zeitfenstern des zuständigen Netzbetreibers und der Möglichkeit ab, größere Verbraucher zeitlich zu verschieben.

Deshalb reicht die Aussage „Modul 3 ist günstiger“ nicht. Die richtige Frage lautet: Passt Modul 3 zu diesem Haus und zu diesem Verbrauchsverhalten?

Gerade regional muss man genau hinschauen

Für unsere Projekte im Bergischen Land und in anderen Regionen Nordrhein-Westfalens bedeutet das: Nicht irgendein deutschlandweites Beispiel ist entscheidend. Maßgeblich sind die Vorgaben und Preisblätter des jeweils zuständigen Netzbetreibers.

Deshalb gehört eine solche Betrachtung für uns immer zum konkreten Projekt.

Wohin entwickelt sich das Energiesystem?

Modul 3 zeigt eine grundsätzliche Veränderung. Früher war Stromverbrauch im Eigenheim relativ statisch. Heute entstehen immer mehr Preissignale: Strommarkt, Netz, eigene Photovoltaikerzeugung, Speicherzustand und Verbrauchsprognose.

Daraus folgt: Der Wert eines intelligenten Eigenstromwerks liegt künftig nicht nur darin, möglichst viel Strom selbst zu erzeugen. Es muss zunehmend auch entscheiden können, wann welche Energiequelle sinnvoll genutzt wird.


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